Unterschlupf in der Wildnis finden
Wie findest du einen Unterschlupf, der dich in der Wildnis schützt?
Zu wissen, wie man in der Wildnis einen Unterschlupf findet oder baut, ist eine weitere unverzichtbare Fähigkeit, die jeder Survivalist beherrschen sollte.
Während einer Katastrophe oder Notsituation kann es passieren, dass ganze Familien voneinander getrennt werden. Ein Teil der Familie landet dann womöglich in der Wildnis oder in einer anderen abgelegenen Gegend, in der es kaum moderne Annehmlichkeiten gibt.
Einen einfachen Unterschlupf bauen zu können, verbessert deine Überlebenschancen auch dann deutlich, wenn du in der Wildnis feststeckst und es nicht mehr am selben Tag zurück zur Straße schaffst.
Statt tiefer in die Wildnis vorzudringen, ist es meist am besten, an Ort und Stelle zu bleiben und auf Hilfe zu warten. Sofern du kein GPS-Gerät und keine Karte dabei hast, solltest du es anderen überlassen, dich zu finden.
Wie baust du dir ein Bett in der Wildnis?
Das ist eine ausgezeichnete Frage, denn ohne Bett kannst du dich nicht richtig erholen. Wer es nicht gewohnt ist, ohne Bett oder Sofa zu schlafen, hat am nächsten Tag einen steifen Nacken und Rückenschmerzen.
Ein funktionales, bequemes Bett gehört zu jedem Wildnis-Unterschlupf dazu und ist unsere erste Station in diesem großen Bereich des Survival-Trainings.
Draußen in der Wildnis ist es üblich, das Bett direkt auf dem Boden anzulegen. In Nordamerika greifen Outdoorer dafür gern zur Balsamtanne, die dort weit verbreitet ist. Bei uns erfüllen die Zweige von Fichten und Tannen denselben Zweck.
Diese Nadelbäume liefern hervorragende Nadeln und federnde Zweige, die sich perfekt für ein improvisiertes Bett eignen. Unter Outdoorern hat die Balsamtanne sogar den scherzhaften Spitznamen “Berggans”, weil Survivalisten sie gezielt aufsuchen, um sie wie eine Gans zu “rupfen” und Nadeln und Zweige zu ernten.
Wie baust du ein Bett aus Nadelzweigen?
Ein Bett aus Nadelzweigen ist federnd und bequem, weil es nicht nur aus Nadeln besteht, sondern auch aus jungen, biegsamen Zweigen.
Wenn du losziehst, um Material für dein Lager zu sammeln, achte darauf, zwei Sorten Zweige zu schneiden: lange Zweige (jeweils etwa 45 Zentimeter oder mehr) und kurze Zweige (25 bis 30 Zentimeter).
Die längeren Zweige kommen zuerst auf den Boden und dienen als Fundament oder “Rahmen” deines improvisierten Betts. Die kürzeren Zweige legst du darauf, sie bilden die Polsterung.
Baue dein Bett so lange weiter aus, bis die oberste Schicht ausreichend gepolstert ist. Wenn du keine zusätzliche Unterlage dabei hast, reicht das bereits aus. Hast du aber eine Decke oder einen Schlafsack dabei, lege sie auf die kurzen Zweige, damit das Harz nicht an deiner Kleidung kleben bleibt.
Das Harz von Nadelbäumen wird nach wenigen Minuten erst klebrig und dann hart. Du kannst es mit Spülmittel oder Handseife abwaschen, musst es aber vorher mit einer kleinen Menge tierischem Fett oder Pflanzenöl aufweichen. Einmal aufgeweicht, lässt sich das Harz leicht von der Haut lösen.
Können Halbhöhlen als Unterschlupf dienen?
Halbhöhlen werden tatsächlich seit Jahrhunderten als Unterschlupf genutzt.
Diese geräumigen Vertiefungen am Fuß von Tälern und Felswänden sind oft stabil genug, um als vorübergehender Unterschlupf zu dienen. In Nordamerika nutzten indigene Völker Halbhöhlen schon lange vor der Ankunft der Europäer als Mittelpunkt ihrer Lagerplätze.
Halbhöhlen entstehen meist durch Regen, Erosion und die Arbeit von Pflanzen- und Baumwurzeln, die sich unablässig in den Fuß natürlicher Landformationen graben. Die Natur versteht sich eben aufs Aushöhlen!
Wenn du in der Nähe eine Halbhöhle findest, halte dich an diese Richtlinien, bevor du sie als Unterschlupf nutzt:
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Inspizieren: Erkunde die Halbhöhle gründlich, bevor du sie als Unterschlupf verwendest. Achte auf Kleintiere, Nagetiere und Schlangen! Die Anwesenheit von gefährlichen Tieren ist ein klares Zeichen dafür, dass es riskant sein könnte, diesen Ort als Unterschlupf zu nutzen.
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Reinigen: Hat die Halbhöhle keine tierischen Bewohner, räume sie auf. Entferne Zweige, Steine und überschüssige Erde, um den Boden zu ebnen. Auch in der Wildnis zählt Ordnung! Durch das Aufräumen kannst du außerdem den vorhandenen Platz optimal ausnutzen.
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Regen aussperren: Du kannst eine angelehnte Tür aus Ästen improvisieren, die dich vor Regen und Sonne schützt, falls das Wetter während deines Aufenthalts im Notlager zu intensiv wird. Denk nur daran, alle Blätter, Äste und Zweige nach unten auszurichten, damit Regenwasser zum Boden abläuft und nicht in die Höhlung, in der du schläfst.