Körpertemperatur im Griff, Teil 2
Wie schützt du dich vor extremer Hitze und Kälte?
Im ersten Teil dieser Serie ging es darum, wie extreme Hitze und Kälte den Körper tatsächlich beeinflussen. Wir haben gelernt: Ab einem bestimmten Punkt kippt das Gleichgewicht, und der Körper beginnt, unter der Belastung durch zu viel Hitze oder Kälte zusammenzubrechen.
In diesem Beitrag geht es um die praktischen Schritte, mit denen du dich vor Hypothermie (Unterkühlung) und Hyperthermie (Überhitzung) schützt. Der menschliche Körper kann auch in Extremumgebungen leistungsfähig arbeiten, solange seine Thermoregulationsbedürfnisse erfüllt werden.
Wenn du auf jede Katastrophe und jeden Notfall vorbereitet sein willst, musst du wissen, wie du deinen Körper versorgst: warm halten oder kühlen, je nachdem, welcher Umgebung du gerade ausgesetzt bist.
Wie hilft das Zwiebelprinzip dem Körper, warm zu bleiben?
Zusätzlich zur natürlichen Isolierung durch Thermokleidung unterstützt das Schichtenprinzip die Temperaturregulation deines Körpers, indem es warme Luft zwischen den einzelnen Kleidungsschichten einschließt.
Es ist tatsächlich die warme Luft zwischen deinen Kleidungsstücken, die den Großteil der Thermoregulation übernimmt.
Dieses kleine Volumen warmer Luft wird von deinem eigenen Körper erzeugt. Im Kern konservierst du also die kostbare Körperwärme, die deine Muskeln abgeben.
In einer kalten oder frostigen Umgebung verliert der Körper laufend Wärme, denn so funktioniert Wärme nun einmal: Sie wandert immer in Richtung niedrigerer Temperaturen und niedrigeren Drucks. Körperwärme verhält sich dabei nicht anders als die Hitze eines Streichholzes oder eines Dieselgenerators. Wärme fließt immer in kältere Bereiche.
Hilft Schweiß gegen Unterkühlung?
Wenn du dich in der Kälte körperlich anstrengst, spürst du vielleicht, wie dir warmer Schweiß aus den Poren tritt. Dir wird warm, aber nicht wegen des Schweißes!
Der Körper erzeugt Wärme, sobald du deine Muskeln bewegst. Die Wärme stammt also aus deiner körperlichen Aktivität.
Der Schweiß, den du dabei produzierst, kann das Eintreten einer Unterkühlung dagegen sogar beschleunigen.
Schweiß ist eine Flüssigkeit, die die Hautoberfläche von Natur aus kühlt. Außerdem zerstört Schweiß die natürliche Trennung deiner Kleidungsschichten: Die Feuchtigkeit lässt die Thermoschichten aneinanderkleben!
Wenn die Schichten zusammenkleben, bleibt dir ein noch kleineres Volumen erwärmter Luft. Das erhöht dein Unterkühlungsrisiko erneut, denn du bist stark auf diese warme Luft angewiesen, um die Kälte fernzuhalten.
Sobald du also mit anstrengender körperlicher Arbeit beginnst, solltest du genau beobachten, wie dein Körper auf die gesteigerte Aktivität reagiert.
Fängst du an, stark zu schwitzen, lege einzelne Kleidungsschichten ab, damit dein Körper die Schweißproduktion drosselt. Die zusätzlichen Schichten kannst du später wieder anziehen, sobald dir erneut kalt wird.
Wie wehrst du Überhitzung ab?
Die Bewohner der heißesten Regionen der Welt haben geniale und praktische Wege entwickelt, um mit den Temperaturen ihrer Heimat gut zurechtzukommen.
Hier sind einige Tipps gegen Überhitzung, inspiriert von Wüstenvölkern wie den Beduinen:
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Schütze deinen Kopf und deine Haare vor direkter Sonneneinstrahlung. Dasselbe gilt für Beine und Arme. Je weniger Sonne deine Haut abbekommt, desto kühler bleibst du.
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Trag keine enge Kleidung. Luft muss um deinen Körper zirkulieren können, damit du nicht überhitzt.
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Schütze auch Nacken und Hals vor der Sonne. Jedes saubere Kleidungsstück lässt sich um diese Partien wickeln, um die Sonne abzuschirmen.
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Auch die Farbe deiner Kleidung spielt eine Rolle. Dunkle Kleidungsstücke neigen dazu, die Sonnenwärme aufzunehmen, während helle Kleidung die Sonnenstrahlen leichter reflektiert. Wenn du genug Kleidung zur Auswahl hast, meide die dunklen Teile und trag überwiegend helle Shirts und Hosen.
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Stell dich flexibel auf die Eigenheiten des lokalen Wetters ein. Passe dein Outfit an die tatsächliche Umgebungstemperatur an. Wusstest du zum Beispiel, dass viele Wüsten am Abend bitterkalt sein können, am Nachmittag aber glühend heiß?
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Wird dir die Hitze zu viel, kühl dich mit einem feuchten Stück Stoff ab. Diese Technik funktioniert fast immer. Ist Wasser verfügbar, etwa ein Fluss, dann geh kurz baden!
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Ruh dich in den heißesten Stunden des Tages aus und nimm deine Arbeit wieder auf, wenn die Sonne untergeht. Wenn die Mittagssonne unerträglich brennt, hat es keinen Sinn, unter ihr zu marschieren.