S SURVIVALTRAINING
Wildnis-Skills

Survival-Tipps vom Trail, Teil 2

Wie machst du Wanderungen in der Natur für die ganze Familie leichter und angenehmer?

Im letzten Beitrag ging es darum, wie wichtig gute Führung ist, wenn du mit anderen Menschen in der Wildnis unterwegs bist. Wir haben gelernt, dass Durchsetzungsfähigkeit, Ruhe und logisches Denken dich aus den brenzligsten Situationen herausholen können.

Was macht einen guten Outdoorer und Survivalisten aus?

Neben den speziellen Fähigkeiten, die dir das Überleben in rauen Umgebungen ermöglichen, besitzen wirklich gute Outdoorer eine Sache, die sich nicht aus Büchern lernen lässt: das Survival-Mindset.

Das Survival-Mindset ist ruhig, fokussiert und klug. Es bewertet jede Situation umfassend und konzentriert sich darauf, Lösungen zu schaffen, nicht neue Probleme.

Ein Survival-Mindset zu entwickeln ist gar nicht schwer. Sogar kleine Kinder können lernen, ruhig und lösungsorientiert zu bleiben.

Welche Trail-Tipps solltest du kennen?

Bist du bereit für die heutige Sammlung an Tipps? Hier sind sie:

  1. Fang an, Wildpflanzen zu essen: Wenn du ein wirklich guter Outdoorer und Survivalist werden willst, musst du die “essbaren Basics” kennen, die überall um uns herum wachsen.

Klar, Kleintiere zu fangen ist ideal, um dringend benötigtes Eiweiß zu bekommen, wenn du erschöpft und hungrig bist. Aber nicht jeder ist im Fallenstellen ausgebildet, und wenn du schon vor Hunger zitterst, ist es keine Option mehr, weitere ein bis zwei Stunden auf Essen zu warten. Beachte außerdem: In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Fangen von Wildtieren streng reguliert und nur in echten Notlagen zu rechtfertigen.

Wenn du keine Minute länger auf Nahrung warten kannst und deine Vorräte zur Neige gehen, behalte diese “essbaren Basics” im Kopf:

  • Kiefernnadeln: Daraus lässt sich Tee kochen, denn sie sind von Natur aus reich an Ascorbinsäure, also Vitamin C.

  • Eicheln: Eichhörnchen lieben Eicheln, und du solltest es auch. Vor dem Essen musst du sie allerdings kochen, denn sie können sehr bitter sein. Die Bitterkeit stammt von natürlich vorkommenden Tanninen (Gerbstoffen). In Nordamerika enthalten die Eicheln der Weißeiche besonders wenig Tannine; bei uns hilft mehrfaches Auskochen in frischem Wasser gegen die Bitterstoffe.

  • Rohrkolben: Schäle junge Rohrkolben-Sprosse und iss die saftigen, leicht süßlichen Kerne.

  • Kleeblätter und Kleewurzeln: Klee kannst du wie gewöhnlichen Salat verzehren. Wurzeln und Blätter dieser Pflanze sind nahrhaft und sehr sicher zu essen. Meide aber Stellen, an denen Pestizide von umliegenden Feldern eingetragen sein könnten.

  • Yucca-Früchte und Blütenblätter: Die kleinen Früchte der Yucca kannst du direkt vom Strauch essen. Du kannst auch zarte Stängel abschneiden und wegen ihrer Stärke schälen. Nach dem Schälen musst du die Yucca-Stängel unbedingt kochen, bevor du sie isst.

  • Gänseblümchenblätter: Die jungen Blätter des Gänseblümchens sind essbar (wie Kleeblätter). Wenn du Lust auf Tee hast und dich die Bitterkeit nicht stört, kannst du auch die weißen Blütenblätter zupfen und wie Teeblätter verwenden.

  1. Zähle deine Schritte: Mit ein paar einfachen Umrechnungen kannst du abschätzen, welche Distanz du bereits zurückgelegt hast. Die durchschnittliche Schrittlänge eines Erwachsenen liegt bei etwa 75 Zentimetern. Ein Kilometer auf festem, ebenem Boden entspricht damit rund 1.300 Schritten (vorausgesetzt, dein Schritt ist nicht kürzer als 75 Zentimeter).

Ein Schrittzähler (Pedometer) hilft dir festzustellen, wie viele Schritte du von Punkt A zu Punkt B gebraucht hast. Diese Art der Orientierung ist extrem nützlich, wenn du mit einer klassischen Karte unterwegs bist, deren Maßstab in Kilometern angegeben ist.

  1. Lass die Natur dich heilen: Wenn du dich beim Wandern kratzt oder schneidest und kein Erste-Hilfe-Set zur Hand hast, kann dir die Natur aushelfen:
  • Torfmoos (Sphagnum): Ein Favorit unter Outdoorern, denn Torfmoos ist die Antwort der Natur auf sterile Kompressen und Wundauflagen.

Torfmoos ist von Natur aus saugfähig und eignet sich deshalb zur Versorgung einer offenen, blutenden Wunde. Das Moos besitzt außerdem starke antibakterielle Eigenschaften, die dringend gebraucht werden, wenn sich jemand in der Wildnis verletzt.

Wenn du eine Wundauflage dabei hast, aber keine saubere Kompresse, um Blut oder Wundsekret aufzusaugen, lege das Torfmoos auf die sterile Wundauflage, bevor du alle Schichten mit einer Binde fixierst.

  • Oregano: Findest du in der Nähe Oregano, kannst du die zerdrückten Blätter auf Wunden auftragen, um Bakterien in Schach zu halten. Bei Schmerzen hilft ein starker Oregano-Tee aus reichlich Blättern.

Oregano enthält nicht nur antibakterielle Verbindungen, sondern auch entzündungshemmende Stoffe, die Gewebeschwellungen lindern können. Der Oregano wirkt vielleicht nicht so schnell wie synthetische Schmerzmittel, aber er ist natürlich und fast überall zu finden.