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Wildnis-Skills

Körpertemperatur im Griff, Teil 1

Warum ist Thermoregulation überlebenswichtig?

Thermoregulation ist ein Dauerbedürfnis des menschlichen Körpers.

Unser Körper verfügt über eingebaute Mechanismen, um bei Kälte Wärme zu erzeugen (zum Beispiel durch Zittern) und sich abzukühlen, wenn die Umgebungstemperatur steigt.

In Extremsituationen reicht das natürliche Thermoregulationssystem des Körpers jedoch nicht mehr aus, um die normale Körpertemperatur zu halten.

Als Survivalist musst du wissen, was zu tun ist, wenn die natürliche Thermoregulation an ihre Grenzen stößt.

Wir konzentrieren uns auf die zentralen Konzepte, die dir verständlich machen, wie dein Körper auf Temperaturschwankungen reagiert und was du tun kannst, um ihn warm oder kühl zu halten, je nachdem, was deine unmittelbare Umgebung verlangt.

Was passiert mit dem Körper bei welchen Temperaturen?

Zu wissen, was deinem Körper passieren kann, ist der erste Schritt, um Probleme bei extremen Temperaturen zu verhindern. Hier ist eine zusammengefasste Übersicht der Temperaturwirkungen, die du kennen solltest:

  • 38 bis 88 Grad Celsius (70-85 % Luftfeuchtigkeit): Hitzschlag in weniger als 15 Minuten möglich
  • 35 bis 47 Grad Celsius (40-65 % Luftfeuchtigkeit): Hohes Risiko für Muskelkrämpfe, Dehydration steht unmittelbar bevor
  • 29 bis 33 Grad Celsius (45-75 % Luftfeuchtigkeit): Anhaltendes Unwohlsein bei körperlicher Aktivität
  • -7 bis +4 Grad Celsius (50-70 % Luftfeuchtigkeit): Vergleichsweise akzeptable Bedingungen für körperliche Aktivität
  • -15 bis -1 Grad Celsius (45-75 % Luftfeuchtigkeit): Erste kältebedingte Beschwerden, vor allem ohne körperliche Aktivität. Aktive Thermoregulation ist jetzt nötig
  • -19 bis -14 Grad Celsius (35-50 % Luftfeuchtigkeit): Erfrierungen entwickeln sich wahrscheinlich in weniger als 40 Minuten
  • -21 bis -35 Grad Celsius (45-55 % Luftfeuchtigkeit): Erfrierungen entwickeln sich wahrscheinlich in weniger als 20 Minuten
  • -26 bis -44 Grad Celsius (50-60 % Luftfeuchtigkeit): Erfrierungen drohen in weniger als 15 Minuten
  • -37 bis -63 Grad Celsius (70-85 % Luftfeuchtigkeit): Erfrierungen drohen in weniger als 7 Minuten

Luftfeuchtigkeit verstärkt tendenziell die negativen Auswirkungen extremer Hitze auf den Körper, während die durchschnittliche Windgeschwindigkeit an deinem Standort die schädliche Wirkung der Kälte beschleunigen kann.

Wie beeinträchtigt Kälte die Funktionen deines Körpers?

Bittere Kälte ist einer der tödlichsten Feinde des Survivalisten. In einer ressourcenarmen Umgebung gibt es kaum etwas Zermürbenderes, als sich in einer eiskalten Landschaft in Bewegung halten zu müssen.

Hast du dich je gefragt, warum so viele Wildnis-Abenteurer von erschütternden Erlebnissen bei Frost berichten? Die Antwort liegt darin, wie unser Körper auf Kälte reagiert.

So verläuft der Abstieg des menschlichen Körpers in die Unterkühlung:

  1. Bei einer Körpertemperatur von 35 Grad Celsius beginnt der Körper zu zittern, ein sicheres Zeichen dafür, dass er durch Muskelbewegung zusätzliche Wärme erzeugen will.
  2. Bei 32 Grad Celsius lässt der Zitterreflex nach, und auch die Muskelkoordination beginnt zu versagen.
  3. Bei 29 Grad Celsius trübt sich das Denkvermögen ein. Ein unvorbereiteter Mensch nimmt seine Umgebung und die Wirkung der Kälte auf seinen Körper womöglich gar nicht mehr wahr.
  4. Bei Körpertemperaturen unter 29 Grad Celsius treten bei einer ungeschützten Person Symptome schwerer Hypothermie auf. Schwere Hypothermie hat selbst bei topfitten Menschen schon zu klinischem Koma geführt. In einem Teil der Fälle tritt der Tod ein.

Wie schädigt übermäßige Hitze den menschlichen Körper?

Jede Form von Temperaturextrem kann deinem Körper zusetzen. Es stimmt zwar, dass Kälte einen Menschen sehr schnell töten kann, doch übermäßige Hitze ist kein bisschen freundlicher:

  1. Bei 40 Grad Celsius Körpertemperatur können Symptome einer Hitzeerkrankung auftreten, etwa unerklärliches Erbrechen und anhaltende Übelkeit. Diese Symptome klingen nicht ab, solange die Person nicht aus der überhitzten Umgebung gebracht wird.
  2. Bei 41 Grad Celsius drohen Hirnschäden.
  3. Bei Temperaturen über 49 Grad Celsius kann ein Mensch der Hitze plötzlich erliegen. Ein weniger tödlicher Ausgang wäre das Koma, das gefährlichste aller Symptome der Hitzeerkrankung.

Warum sind diese Zahlen wichtig?

Die Werte, die wir dir gerade gezeigt haben, sollen niemanden verängstigen.

Ja, die möglichen Folgen mangelhafter Thermoregulation sind erschreckend. Behalte aber immer im Kopf, dass du sehr viel tun kannst, damit diese Worst-Case-Szenarien dich nie erreichen.

Der Sinn dieser präzisen Zahlen zu übermäßiger Wärme und extremer Kälte liegt darin, dich mit dem Reaktionsmuster des Körpers auf Temperaturveränderungen vertraut zu machen.

Wenn du angemessen auf die Signale reagierst, die dein Körper aussendet, kannst du verhindern, dass schwere temperaturbedingte Erkrankungen überhaupt erst auftreten.