Survival-Tipps vom Trail, Teil 1
Wie gut bist du auf die möglichen Herausforderungen einer Wanderung durch die Wildnis vorbereitet?
Survival-Training ist nicht nur für den Umgang mit menschengemachten oder natürlichen Katastrophen nützlich. Es hilft dir auch bei ganz alltäglichen Aktivitäten wie Bergsteigen, Wandern und Trekking.
Wenn du die Natur liebst, solltest du die grundlegenden Survival-Fähigkeiten beherrschen, etwa ein Feuer ohne Streichhölzer zu entfachen oder einen provisorischen Unterschlupf zu bauen. Der beste Weg zu dieser Ausbildung führt über Wildnis-Trainings oder Survival-Kurse.
Es hilft außerdem, aus den Erfahrungen anderer Outdoorer zu lernen.
Deshalb teilen wir in diesem Beitrag einige wertvolle Erkenntnisse, die Survival-Profis über viele Jahre auf Wanderungen mit Freunden und Familie gesammelt haben. In 99 Prozent der Fälle läuft eine Tour durch Wald oder Naturschutzgebiet völlig problemlos ab.
Es gibt aber immer wieder einzelne Touren, auf denen ungewöhnliche, plötzliche Probleme auftauchen. Zum Beispiel bleibt jemand zurück und niemand bemerkt es.
Aus den Tourentagebüchern erfahrener Wanderer haben wir die wichtigsten Fakten und Erfahrungen herausgezogen, die dir auf deinen eigenen Abenteuern in der Natur helfen werden.
Wie gehst du mit Unfällen und Problemen um, wenn du allein unterwegs bist?
Nichts ist vergleichbar mit dem berauschenden Gefühl, allein auf dem Trail unterwegs zu sein.
Aber Unfälle passieren, und wenn es so weit ist, kann es schwer zu akzeptieren sein, dass du allein bist, viele Kilometer entfernt von der nächsten Straße (und nicht zu vergessen: vom nächsten Krankenhaus).
Wenn dir beim Wandern oder Klettern allein ein Unfall passiert, denke daran: Dein größter Feind ist nicht die Natur oder die Verletzung, sondern deine Emotionen.
Was kosten dich unkontrollierte Emotionen in der Wildnis?
Wir Menschen sind darauf programmiert, auf alles emotional zu reagieren. Doch Emotionalität kann einen Menschen das Leben kosten, wenn er die Situation nicht in den Griff bekommt.
Rohe, unkontrollierte Emotionen führen schnell zu Panik. Und wenn du in Panik gerätst, beginnt dein Verstand, außer Kontrolle zu geraten. Gangbare Auswege erscheinen plötzlich als Sackgassen, und du fühlst dich wie das erste Opfer des Weltuntergangs.
Sobald du in Panik gerätst, schaltet dein Körper in den Kampf-oder-Flucht-Modus, der dir einen kurzfristigen Adrenalinschub verschafft.
Der Adrenalinschub ist nützlich, das begleitende Katastrophendenken ist es nicht. Wenn du glaubst, dass nichts mehr zu machen ist und alles verloren scheint, zwinge dich aktiv dazu, logisch zu denken.
Zusätzlich zum logischen Denken empfehlen Survival-Profis, dich gezielt abzulenken, indem du dich auf einen beliebigen positiven Aspekt deiner Lage konzentrierst.
Das hilft deinem Kopf, sich zu entspannen, damit du einen Ausweg aus deinem Problem finden kannst. Eines ist sicher: Emotionalität und Panik helfen dir in keiner Extremsituation weiter!
Wie wirst du zu einem guten “Rudelführer” bei Abenteuern in der Natur?
Das Erste, was du als Anführer entwickeln musst, ist Durchsetzungsfähigkeit.
Anführer sind nicht aufdringlich oder herrisch, sie sind bestimmt. Das bedeutet: Du musst alles daransetzen, gehört zu werden, wenn du glaubst, dass deine Gruppe in die falsche Richtung läuft, im übertragenen wie im wörtlichen Sinn.
Ein guter Anführer ist außerdem ruhig und hat seine Emotionen jederzeit unter Kontrolle. Wenn deine Gruppe irgendwann auf Probleme stößt, solltest du niemandem die Schuld zuweisen.
Konzentriere dich stattdessen darauf, die Lage zu beurteilen und eine echte Lösung für das Problem zu liefern. Sobald du anfängst, Leute als “faul” oder “schlampig” abzustempeln, bekommt deine Gruppe ernsthafte Schwierigkeiten.
Eine zerstrittene Gruppe erleidet mit höherer Wahrscheinlichkeit schwere Unfälle als eine geschlossene, harmonische Gruppe, die im Gleichschritt geht und denkt.
Ein guter Anführer liefert seinen Mitgliedern nicht nur Orientierung und Fachwissen, sondern auch echten emotionalen Rückhalt.
Draußen in der Wildnis oder in anderer rauer Umgebung erleben Menschen das gesamte Spektrum an Gedanken und Gefühlen, von unerklärlicher Euphorie bis zu purer Angst.
Wenn jemand in deiner Gruppe Anzeichen von Angst oder Unsicherheit zeigt, ist es deine Aufgabe, ruhig mit dieser Person zu sprechen und herauszufinden, was los ist.
Es ist besser, jetzt herauszufinden, was nicht stimmt, als später.
Wer erschöpft oder überfordert ist, wird das nicht von sich aus zugeben, denn es ist unangenehm einzugestehen, dass man nicht mithalten kann. Es ist die Aufgabe des Anführers, jedem Mitglied zu versichern, dass die Gruppe alle unterstützt und niemand allein unterwegs ist.
Empathie ist eine extrem nützliche Fähigkeit, wenn jemand in deiner Gruppe in Schwierigkeiten gerät. Wenn du dich in jemanden hineinversetzt, zeigst du echtes Interesse und Verständnis für das, was gerade passiert. Menschen beruhigen sich dann schneller und hören eher auf deinen Rat, was als Nächstes zu tun ist.