Feuer machen mit dem Feuerbohrer
Was ist ein Feuerbohrer und warum ist er fürs Survival-Training so nützlich?
Der Feuerbohrer mit Bogen ist eine der ältesten Methoden, um in nahezu jeder Umgebung Feuer zu machen.
Schätzungen zufolge ist diese Technik des Feuermachens mindestens 2.500 Jahre alt. Fast jede alte Kultur hat ihre eigene Variante des Feuerbohrers entwickelt, aber das Prinzip bleibt immer dasselbe.
In diesem Beitrag bekommst du einige Profi-Tipps für den Einsatz des Feuerbohrers im Notfall, damit du Wärme und Feuer erzeugen kannst, auch wenn du weder Feuerzeug noch Streichhölzer dabei hast. Wer Survival ernst nimmt, weiß, wie man Feuer macht: Diese Grundfertigkeit sollte jeder beherrschen!
Wie benutzt du einen Feuerbohrer richtig?
- Verwende geeignetes Holz für dein Feuerbohrer-Set. Wenn du einen Feuerbohrer selbst baust, halte dich am besten an bewährte Holzarten, die gute Glut erzeugen und auch für Anfänger leicht zu handhaben sind.
Anfängerfreundliche Holzarten sind zum Beispiel Zeder, Tanne und Linde.
Beachte, dass manche Bäume und Pflanzen beim Verbrennen giftige Dämpfe freisetzen. Diese Holzarten solltest du unbedingt meiden (zum Beispiel Oleander).
Denke auch daran, dass Holz, das mit Chemikalien wie Lack oder Farbe behandelt wurde, beim Verbrennen ebenfalls giftige Nebenprodukte freisetzt.
Zum Kochen kannst du notfalls kaputte Stühle als Brennmaterial verwenden, wenn kein anderes Holz verfügbar ist. Dein Essen sollte dann aber deutlich über den Flammen hängen, um die Schadstoffbelastung durch den Rauch möglichst gering zu halten.
- Halte den Bogen richtig. Deine dominante Hand übernimmt das Hin- und Hersägen des Bogens. Der Feuerbohrer funktioniert für Links- und Rechtshänder gleichermaßen gut. Mit dem Druckstück steuerst du den Winkel der Spindel.
Die Spindel ist der Teil des Feuerbohrer-Systems, der auf dem Bohrbrett reibt und so die Glut erzeugt. Lerne, den Winkel der Spindel über das Druckstück zu kontrollieren. Berühre die Spindel nicht, während du den Bogen aktiv hin- und herbewegst.
- Positioniere die Spindel korrekt. Setze das Druckstück oben auf die Spindel und markiere das Bohrbrett, bevor du beginnst. Die Bohrstelle sollte mindestens 2,5 Zentimeter vom Rand der langen Seite des Bretts entfernt liegen, damit du genug Platz zum Arbeiten hast.
Dein Startpunkt sollte außerdem an der gegenüberliegenden kurzen Kante des Bretts liegen, damit du deinen Fuß auf die andere Kante stellen und das Brett stabilisieren kannst.
Markiere die Startstelle mit einem scharfen Schnitzmesser, bevor du bohrst. Auf einer völlig glatten Fläche zu bohren ist schwierig. Schnitze deshalb eine flache Mulde an der markierten Stelle, bevor du die Spindel aufsetzt.
-
Schone das Seil beim Bohren. Das Seil deines Feuerbohrers nutzt sich schnell ab, wenn es an sich selbst reibt. Eine gute Faustregel: Bohre nach unten und leicht schräg, damit zwischen den Seilwindungen Abstand bleibt und das Seil beim Bohren nicht an mehreren Stellen gegeneinander reibt.
-
Arbeite mit ausreichend Druck und Spannung. Ein hölzerner Feuerbohrer ist ein wirksamer Feuerstarter, wenn du die richtige Technik anwendest. Wenn nicht, wird er zur extremen Geduldsprobe. Einer der häufigsten Fehler ist zu wenig Druck und Spannung auf der Spindel.
Drücke die Spindel mit dem Druckstück nach unten, während du das Seil so straff ziehst, dass sich die Spindel anfühlt, als würde sie gleich in Richtung Bogengriff schnellen.
Die Spindel muss fest auf das Bohrbrett gepresst werden, während du hin- und hersägst.
Die zusätzliche Spannung auf dem Seil sorgt dafür, dass jede Bewegung maximal wirkt und die Spindel senkrecht bleibt. Zu viel Spiel im Seil kann dazu führen, dass die Spindel seitlich wegrutscht.
Bevor du Spannung auf die Spindel gibst, prüfe, ob das Seil richtig am Bogen befestigt ist, um Unfälle zu vermeiden. Beide Seilenden müssen fest an den Bogenenden angebunden sein, damit alles während der Benutzung stabil bleibt.
- Achte auf den Rauch. Wenn du bis hierhin alles richtig gemacht hast, solltest du an einer der beiden Seiten der Spindel Rauch aufsteigen sehen.
Raucht die Spindel an der Seite des Druckstücks, drehe sie um, sodass das obere Ende nun gegen das Bohrbrett gepresst wird. Eventuell musst du das obere Ende der Spindel etwas schmieren, damit es nicht anfängt zu glimmen.