Wenn das Wasser ausgeht, Teil 2
Wo findest du in der Wildnis Wasser, das sich gefahrlos trinken lässt?
Diese Frage haben sich schon unzählige unvorbereitete Abenteurer auf der ganzen Welt gestellt, die sich wegen schlechter Planung plötzlich mit wenig oder gar keinem Wasser wiederfanden.
Bevor wir die verschiedenen möglichen Quellen für trinkbares Wasser in der Wildnis durchgehen, müssen wir zuerst klären, was du auf keinen Fall trinken solltest, selbst wenn du schon seit vielen Stunden Durst hast.
Was darfst du auf keinen Fall trinken?
1. Meerwasser. Meerwasser enthält so viel Salz, dass du schon nach wenigen Esslöffeln höchstwahrscheinlich erbrechen musst. Trinkst du ein ganzes Glas Meerwasser, setzt du Nieren und Herz einer enormen Belastung aus.
Meerwasser löscht deinen Durst nicht, und dein Körper kann das Salz nicht vom Wasser trennen. Meerwasser taugt einzig dazu, die Haut zu kühlen, für nichts anderes.
2. Tierblut. In manchen Kulturen wird in kleinen Mengen frisches Rinderblut getrunken, wegen seines Salz- und Proteingehalts. Bist du jedoch in einer Überlebenssituation und bereits dehydriert, ist Tierblut genauso schlecht wie Meerwasser, eben weil es Salz enthält.
Hinzu kommt das Risiko, sich über Tierblut Krankheitserreger einzufangen, etwa Parasiten (zum Beispiel Plattwürmer) und Bakterien. Diese Flüssigkeit ist außerdem von Natur aus reich an Fett und Eiweiß, deren Verstoffwechselung noch mehr Wasser verbraucht. Du nimmst also zwar Flüssigkeit zu dir, aber dein Körper wird dabei nicht wirklich hydriert.
3. Menschlicher Urin. In der Survival-Szene ist das Thema Urintrinken bekanntermaßen umstritten. Menschlicher Urin ist beim Verlassen des Körpers zunächst steril und birgt daher nicht dieselben Risiken wie Tierblut oder verunreinigtes Wasser.
Urin enthält jedoch Salz und andere Abbauprodukte des Körpers.
Wenn du Urin trinkst, wird das Wasser, das erneut in den Körper gelangt, nur in noch konzentrierterer und giftigerer Form wieder ausgeschieden. Aus diesem Grund sind Survival-Profis überwiegend der Ansicht, dass Urintrinken einem bereits dehydrierten Menschen nicht hilft.
Wie suchst du in der Wildnis nach Wasser?
Jetzt, da du weißt, was du in der Wildnis nicht trinken solltest, wird es Zeit, deine Optionen für die Suche nach trinkbarem Wasser zu erkunden.
Beachte: In der Wildnis ist es völlig unrealistisch, dieselbe Wasserqualität wie zu Hause zu erwarten.
Hier sind einige Wege, wie du in der Wildnis an Wasser kommst:
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Regenwasser-Abflussrinnen. Regenwasser folgt natürlichen Bahnen durch das Gelände. Versuche, den Weg zu finden, auf dem frisches Regenwasser abfließt. Findest du nur trockene Senken und Mulden, in denen früher Wasser stand, ist es möglicherweise in den Boden gesickert. Grab ein Stück, um zu prüfen, ob unter der Erde noch Wasser steht.
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Dichte Vegetation. Wenn du in der Landschaft eine ungewöhnlich große, dichte Pflanzenfläche entdeckst, steht darunter womöglich reichlich Wasser. Auch hier musst du graben, um herauszufinden, ob sich unter Blättern und Wurzeln das “Lebenselixier” verbirgt.
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Feuchte Stellen. Eine “feuchte Stelle” ist ein auffällig feuchter Bereich in einer ansonsten trockenen Landschaft. Solche Stellen bedeuten meist, dass unter der Bodenoberfläche Wasser verfügbar ist. Fang an zu graben, und zwar zügig!
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Große Felsen mit Rissen. Rissige Felsen funktionieren wie Krüge und Kannen. Sie halten Wasser hervorragend und lassen sich vergleichsweise leicht absuchen. Schau nach, ob die Natur in den Felsen in deiner Nähe Wasser versteckt hat.
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Wildwechsel. Die ausgetretenen Pfade, denen Tiere folgen, führen entweder zu Futter oder zu Wasser. Findest du einen gut ausgetretenen Wildwechsel und hast alle näherliegenden Stellen bereits erfolglos abgesucht, kann es sich lohnen, dem Pfad zu folgen. Er führt dich womöglich direkt zu einer Süßwasserquelle.
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Vögel im Flug. Hoch fliegende Vögel sind meist auf Beutejagd oder auf dem Rückweg zu ihren Nestern. Fliegen Vögel plötzlich tief, haben sie möglicherweise Wasser entdeckt und setzen zum Trinken an. Du kannst dich an der generellen Flugrichtung tief fliegender Vögel orientieren.
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Fliegende Insekten. Fliegende Insekten sind fast immer auf der Suche nach leicht zugänglicher Feuchtigkeit. Siehst du einen großen Schwarm fliegender Insekten in eine bestimmte Richtung ziehen, können dich diese kleinen Helfer geradewegs zu einem ordentlichen Schluck Wasser führen. Folge ihnen und schau, wohin sie unterwegs sind. Dasselbe Prinzip gilt für krabbelnde Insekten wie Ameisen.