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Wasser · Aktualisiert am

Wenn das Wasser ausgeht, Teil 1

Dehydration erkennen, bevor es kritisch wird: Die wichtigsten Warnsignale des Körpers, wie viel Wasser du wirklich verlierst und sechs Strategien, um knappes Wasser gezielt zu sparen.

Illustration: Wassertropfen über einem Fluss, daneben Topf und Filter

Wie wichtig ist Wasser für den Körper?

Wenn es darum geht, den menschlichen Körper am Laufen zu halten, ist nichts so essenziell wie Wasser. Der Körper kommt lange Zeit ohne größere Kalorienmengen aus, ohne Wasser überlebt er dagegen nicht lange.

Unser Körper passt sich an Notsituationen erstaunlich gut an. Er kann sogar seine Notreserven an Glukose, Eiweiß und Fett anzapfen, damit deine Organe weiterarbeiten, auch wenn du kaum etwas isst. Fehlt jedoch Wasser, fährt er schlicht ein System nach dem anderen herunter, bis eine tödliche Dehydration eintritt.

Merk dir: Unser Bedarf an regelmäßiger Flüssigkeitszufuhr ist etwas völlig anderes als unser Bedürfnis zu essen.

Der menschliche Körper besteht zu mehr als 60 Prozent aus Wasser und braucht dieses “Lebenselixier” für die Thermoregulation und viele weitere Körperfunktionen.

Was passiert, wenn du in der Wildnis nicht schnell genug Wasser findest?

Viele Faktoren bestimmen, wie schnell ein Mensch dehydriert. Stress, Erschöpfung, Hitze- oder Kälteeinwirkung: Das sind nur einige der Einflüsse, die vorhersagen, wie schnell du Wasser verlierst.

Hier sind einige häufige Anzeichen von Dehydration:

  1. Unerklärliche Benommenheit
  2. Trockener Mund und Rachen
  3. Raue oder heisere Stimme
  4. Erschöpfung
  5. Anhaltender Stress
  6. Trockene Augen, die zu Reizungen und verschwommenem Sehen führen können
  7. Seltener Harndrang
  8. Geringe Urinmenge
  9. Verminderte Ausdauer
  10. Verminderte Kraft und Schnelligkeit
  11. Muskelschwäche
  12. Verstopfung

Wie viel Wasser verliert ein Mensch durchschnittlich?

Bei schwerer körperlicher Arbeit in Hitze verliert der Körper über den Schweiß bis zu 1 bis 1,5 Liter pro Stunde; an einem ganzen Tag können so 8 bis 10 Liter zusammenkommen. Zum Vergleich: Der normale Bedarf eines Erwachsenen liegt bei etwa 2 bis 2,5 Litern am Tag, die Hälfte davon aus Getränken. Genau deshalb rechnet das BBK für den Notvorrat mit 2 Litern Flüssigkeit pro Person und Tag.

Ist Wasser knapp, solltest du deinen körpereigenen Wasserhaushalt schonen: Beweg dich vor allem in den Abendstunden und trink kleine, häufige Schlucke aus deiner Wasserflasche.

Wenn du den ganzen Tag in sehr heißer Umgebung läufst und arbeitest, können Symptome von Dehydration und Überhitzung einsetzen.

Woran erkennst du, dass du dehydriert bist?

Der schnellste Weg, deinen Flüssigkeitsstatus zu prüfen, ist ein Blick auf die Farbe deines Urins.

Ist dein Urin nahezu farblos und die Menge ordentlich, bist du gut hydriert und kannst auch bei warmem Wetter gefahrlos anstrengende Aktivitäten durchführen.

Ist dein Urin dagegen dunkelgelb bis fast teefarben, bist du bereits dehydriert. Die allgemeine Empfehlung lautet in diesem Fall: sofort Wasser trinken, um den Flüssigkeitshaushalt wieder aufzufüllen.

Auch die Häufigkeit des Wasserlassens ist ein guter Indikator für den Hydrationsstatus.

Wenn du 10 bis 12 Stunden am Stück nicht urinierst, befindet sich dein Körper vermutlich im Notzustand, weil er dehydriert ist. Du produzierst kaum Urin, weil dein Körper verzweifelt an dem Wasser festhält, das ihm noch zur Verfügung steht.

Welche kurzfristigen Strategien helfen beim Wassersparen?

Wenn du nur sehr wenig Wasser hast, musst du dich beim Haushalten mit dieser kostbaren Ressource besonders anstrengen. Hier sind einige bewährte Survival-Tipps:

  1. Rationiere den Schweiß, nicht das Wasser. Ein verbreiteter Survival-Mythos lautet, man solle das Wasser einteilen und möglichst wenig trinken. Das Gegenteil ist richtig: Wer mit vollem Kanister dehydriert, hat nichts gewonnen. Trink, wenn du Durst hast, in kleinen Schlucken, und spare stattdessen dort, wo das Wasser tatsächlich verloren geht: Schatten suchen, Anstrengung auf Morgen und Abend legen, Kleidung anbehalten, die den Schweiß verdunsten lässt, statt ihn abzuwischen.

  2. Meide harntreibende Mittel. Alkoholische und koffeinhaltige Getränke sind eine schlechte Idee, wenn du dehydriert bist. Sie enthalten harntreibende Substanzen, die den Körper dazu bringen, häufiger Wasser auszuscheiden.

  3. Überanstrenge dich nicht. Intensive körperliche Aktivität steigert die Wärmeproduktion der Muskeln. Steigt die Körpertemperatur, nutzt der Körper Wasser für die Schweißproduktion, um sich abzukühlen. Die erhöhte Schweißbildung dehydriert dich.

  4. Halte deine Körpertemperatur normal. Du kannst deinem Körper Erleichterung verschaffen, indem du deine Haut so kühl wie möglich hältst. Jedes verfügbare Gewässer ist dafür geeignet, auch Salzwasser oder ein Bach, den du nicht trinken würdest. Kühlen ja, trinken nein.

  5. Setze auf Kohlenhydrate. Wenn du mit wenig Wasser in der Wildnis unterwegs bist, meide protein- und fettreiche Lebensmittel. Diese Makronährstoffe benötigen mehr Wasser für Verdauung und Abbau.

Deine Muskeln brauchen in erster Linie Glukose, also halte dich kurzfristig an Kohlenhydratquellen. Kohlenhydrate benötigen wenig Flüssigkeit für die Verdauung und sind ideal, wenn Wasser knapp ist.

  1. Atme richtig. Richtiges Atmen läuft über die Nase, nicht über den Mund. Wenn du überwiegend durch den Mund atmest, verlierst du allein durchs Ausatmen zusätzliches Wasser.

Das Wichtigste in Kürze

  • Dunkler Urin und seltenes Wasserlassen sind die frühesten verlässlichen Zeichen der Dehydration.
  • Bei Hitze und Anstrengung verliert der Körper bis zu 1,5 Liter pro Stunde. Der Vorrat nach BBK, 2 Liter pro Person und Tag für zehn Tage, ist deshalb kein Luxus.
  • Trinken, wenn du Durst hast. Sparen beim Schwitzen, nicht beim Trinken.
  • Wie du in der Natur Wasser findest, steht in Teil 2; wie du es trinkbar machst, in Teil 3.

Redaktion survival-skills.de. Wir testen keine Produkte und geben keine Noten. Empfehlungen zur Vorsorge orientieren sich am Ratgeber des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Mehr dazu über uns.

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