Lebensmittel haltbar machen durch Dörren, Teil 2
Welche Methoden gibt es, um Lebensmittel zu trocknen?
Im ersten Teil unserer Serie ging es um bewährte Grundregeln des Dörrens, mit denen du konstant gute Ergebnisse erzielst, sobald du Dörrgerät oder Backofen anwirfst.
In diesem Beitrag, der unsere Serie zum Haltbarmachen durch Dörren abschließt, zeigen wir dir weitere wertvolle Techniken, mit denen du das Maximum aus deinem Backofen oder Dörrgerät herausholst.
Wie erzielst du beste Ergebnisse mit dem Backofen?
Backöfen sind für viele die naheliegende Wahl, denn sie sind einfach zu bedienen und liefern über viele Stunden konstante Wärme. Um das Beste aus dieser Trocknungsmethode herauszuholen, behalte diese Tipps im Hinterkopf:
- Nicht überladen: Ein überladener Backofen führt zum Problem der harten Schale und verzögert dein Ziel, Lebensmittel vollständig für die Langzeitlagerung zu dörren.
Idealerweise trocknest du nur 1,5 bis 3 Kilogramm Lebensmittel auf einmal. Mit der richtigen Menge im Ofen beschleunigst du den Trocknungsprozess und stellst einen kontinuierlichen Nachschub an gut durchgetrocknetem Dörrgut sicher.
- Vorsicht vor Temperaturspitzen: Backöfen sind dafür gebaut, enorme Hitze zum Braten und Backen zu erzeugen. Ein Ofen verstärkt und speichert Wärme.
Mit diesem Wissen im Hinterkopf solltest du die Lufttemperatur im Ofen während des Dörrens aufmerksam überwachen. Dein Zielbereich liegt bei nur 60 bis 70 Grad Celsius. Alles darüber, und dein Obst und Gemüse fängt an zu garen!
Kontrolliere dein Dörrgut einmal pro Stunde, um sicherzugehen, dass es im Ofen weder zu heiß noch zu kühl wird.
Nutze beim Vorheizen ausschließlich die niedrigste Einstellung. Es dauert zwar länger, bis die Zieltemperatur erreicht ist, aber diese Vorgehensweise reduziert das Risiko, den Ofen zu überhitzen.
Die meisten modernen Backöfen haben oben ein Grillelement. Verwende diese Funktion nicht, denn sie trocknet die Oberseite deines Dörrguts zu schnell aus, was wiederum zur harten Schale führt.
Trocknet die äußere Schicht zu schnell aus, kann die Feuchtigkeit im Kern nicht mehr entweichen. Das Ergebnis sind nur teilweise getrocknete Lebensmittel, die genauso schnell verderben wie frische.
- Das Dörrgut richtig anordnen: Überfülle die Bleche nicht, denn sonst trocknen die Lebensmittel nicht richtig. Zwischen den einzelnen Stücken sollte ausreichend Platz sein (mindestens ein guter Zentimeter), damit die Luft ungehindert zirkulieren kann.
Um die Luftzirkulation zu verbessern und Feuchtigkeitsprobleme im Ofen zu vermeiden, klemme ein Stück Holz in die Ofentür, sodass ein kleiner Spalt bleibt. Dieser kleine Spalt verbessert die Luftzirkulation im Inneren, während das Dörrgut trocknet.
Wie holst du das Maximum aus einem Dörrgerät heraus?
Dörrgeräte haben eine deutlich höhere Kapazität als Backöfen: Du kannst mehr als 4,5 Kilogramm frische Lebensmittel auf einmal einlegen und bekommst trotzdem hervorragende Ergebnisse.
Wenn du noch nie ein Dörrgerät benutzt hast, helfen dir diese einfachen Tipps beim Einstieg:
- Geduld haben: Dörrgeräte sind sparsamer im Verbrauch, brauchen aber mehr Zeit für die Aufgabe. Viele handelsübliche Geräte arbeiten mit einer maximalen Lufttemperatur von 50 Grad Celsius.
Diese Temperatur trocknet Lebensmittel zuverlässig, es dauert nur länger, große Mengen Obst oder Gemüse vollständig zu dörren. Der Aufwand lohnt sich aber auf jeden Fall, denn du kannst bei jedem Durchgang große Mengen auf einmal haltbar machen.
- Vorheizen für beste Ergebnisse: Wie Backöfen müssen auch Dörrgeräte vorgeheizt werden, um genügend Wärme für den Start des Trocknungsprozesses zu erzeugen. Stelle das Dörrgerät auf die höchstmögliche Stufe (die von Gerät zu Gerät unterschiedlich ist) und miss die Lufttemperatur alle paar Minuten.
Sobald die Lufttemperatur 50 Grad Celsius erreicht, drehst du den Temperaturregler um 10 bis 15 Grad zurück und beginnst, dein Dörrgut einzulegen.
Es gibt leistungsstarke Dörrgeräte, die nach dem Vorheizen bis zu 65 Grad Celsius erreichen. Versuche, diese Temperatur zu nutzen, wenn du ein hochwertiges Gerät gekauft hast, denn dein Modell ist vermutlich mit einem größeren, stärkeren Heizelement ausgestattet.
Im Schnitt brauchst du 10 bis 12 Stunden, um große Mengen Lebensmittel vollständig zu dörren. Vergiss nicht, die Einschübe regelmäßig zu tauschen, damit jede Etage gleichmäßig der Wärme des Heizelements ausgesetzt ist. Wenn du nur eine kleine Menge Obst oder Gemüse trocknest, reichen 4 bis 5 Stunden aus.