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Ernährung

Lebensmittel haltbar machen durch Dörren, Teil 1

Willst du eine wirksame Methode kennenlernen, um Lebensmittel für dein Notfallset haltbar zu machen?

Ein Notfallset zum ersten Mal zusammenzustellen, kann jeden neuen Survivalisten überfordern, denn es gibt unzählige Vorräte und Ausrüstungsgegenstände, die du deinem Notvorrat hinzufügen kannst.

Eine der größten Herausforderungen beim Aufbau eines nachhaltigen Notvorrats ist es, Lebensmittel zu finden, die über lange Zeit essbar und nährstoffreich bleiben. Natürlich kannst du immer Konserven, Eingemachtes und andere kommerzielle Lebensmittel kaufen.

Inzwischen herrscht jedoch weitgehend Einigkeit darüber, dass wir uns Schritt für Schritt von stark verarbeiteten Lebensmitteln lösen sollten, unter anderem wegen fragwürdiger Zusatzstoffe, die Hersteller verarbeiteten Lebensmitteln und Getränken beimischen.

Wenn dich diese Gedanken ansprechen, lohnt es sich, eine alternative Methode der Zubereitung und Lagerung kennenzulernen, die Lebensmittel samt ihrer Nährstoffe konserviert, ganz ohne bedenkliche Chemie. Diese Methode heißt Dörren oder Trocknen.

Seit wann trocknen wir Lebensmittel, um sie haltbar zu machen?

Das Haltbarmachen von Lebensmitteln durch Trocknen oder Dörren ist eine der ältesten Küchentechniken der Menschheitsgeschichte.

Es gibt sie seit Jahrtausenden, weil sie vergleichsweise einfach ist und, noch wichtiger, weil sie wirksam verhindert, dass Schimmel und Bakterien die Lebensmittel besiedeln, die du sorgfältig für deine Familie vorbereitet und eingelagert hast.

Was sind die bewährten Regeln beim Dörren für die Langzeitlagerung?

Hier sind die wichtigsten Grundregeln für das Dörren und Lagern von Lebensmitteln, die du im Kopf behalten solltest, wenn du diese Methode zu Hause ausprobieren möchtest:

  1. Zügig trocknen: Idealerweise werden Obst und Gemüse, die haltbar gemacht werden sollen, direkt nach der Ernte getrocknet. Frische Ware solltest du nach dem Einkauf oder der Ernte reinigen und blanchieren.

Der Dörrvorgang sollte ohne Unterbrechung laufen, gleichzeitig darfst du das Trocknen aber nicht überstürzen.

Wenn du frische Ware zu schnell trocknest, dörren nur die äußeren Schichten aus, während jedes einzelne Stück Obst oder Gemüse einen feuchten Kern behält. Dieser feuchte Kern kann später zum Verderben führen.

  1. Die Temperatur richtig anpassen: Die Lufttemperatur rund um das Dörrgut zu messen, ist extrem wichtig.

Das Dörren hat zwei wesentliche Phasen: die Oberflächentrocknung und die Kerntrocknung.

Um die Oberfläche von Obst und Gemüse zu trocknen, brauchst du eine höhere Temperatur (etwa 70 Grad Celsius). Die verdunstende Feuchtigkeit hilft dabei, eine hohe Lufttemperatur rund um das gesamte Dörrgut zu halten.

Die zweite Phase, die Kerntrocknung, verlangt eine niedrigere Temperatur (etwa 60 Grad Celsius).

In dieser zweiten Phase des Trocknungsprozesses musst du besonders aufmerksam sein.

Du solltest wissen, wie lange dein Dörrgut hohen Temperaturen maximal ausgesetzt sein darf, bevor es einen verbrannten Geschmack entwickelt. Falls das doch passiert, ist das Essen zwar meist noch genießbar, schmeckt aber nicht mehr gut, vor allem Kindern nicht.

Der Zweck des Dörrens ist es, so viel Feuchtigkeit wie möglich zu entziehen. Es ist keine Garmethode. Du trocknest die Lebensmittel, um sie zu lagern und später möglicherweise damit zu kochen.

  1. Auf die Luftfeuchtigkeit achten: Ob du es glaubst oder nicht, die Luftfeuchtigkeit deiner Umgebung beeinflusst, wie effizient das Dörren funktioniert. Viele fragen Survival-Profis, ob der Sommer die beste Zeit zum Dörren ist.

Die Antwort lautet stets: nein. Denn im Sommer sind die Tage heiß und schwül, und das zusätzliche Wasser in der Luft bremst die Verdunstung.

Wenn du das ausgleichen willst, indem du die Temperatur des Dörrgeräts oder Backofens erhöhst, kann das Obst oder Gemüse eine sogenannte harte Schale entwickeln.

Bei einer harten Schale ist die äußere Schicht trocken und fest, was die Feuchtigkeit im Kern regelrecht einsperrt. Sowohl die inneren als auch die äußeren Schichten des Lebensmittels müssen ihre Feuchtigkeit ungehindert abgeben können.

  1. Auf Gleichmäßigkeit achten: Wenn dein Dörrgut gleichmäßig trocknen soll, musst du es “umrühren”, also die Stücke regelmäßig bewegen, damit alle Oberflächen gleich stark der Wärme ausgesetzt sind.

Wenn du ein Trockengestell aus Holz verwendest, hilft es, die Reihenfolge der einzelnen Etagen regelmäßig zu ändern, damit jede Lage gleichmäßig trocknet. Es hilft außerdem, gleich große Stücke zusammen zu gruppieren.

  1. Belüftung ist entscheidend: Die Luft rund um ein Dörrgerät nimmt die Feuchtigkeit auf, die aus dem trocknenden Dörrgut entweicht. Nach einer Weile erreicht die Luft um das Dörrgut ihre Aufnahmegrenze und der Trocknungsprozess verlangsamt sich.

Zirkulierende Frischluft ist die Voraussetzung für erfolgreiches, zügiges Dörren aller Arten von Lebensmitteln. Sorge dafür, dass der Bereich, in dem dein Dörrgerät steht, gut belüftet ist, damit der Wasserdampf ungehindert entweichen kann.