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Erste Hilfe

Erste-Hilfe-Grundkurs: Wunden richtig verbinden, Teil 3

Warum sind Wundauflagen und Verbände so wichtig für die Wundversorgung?

Wunden sind physische Brüche in der Haut, die das Infektionsrisiko erhöhen, besonders in heißen und feuchten Umgebungen, in denen die verletzte Person der Witterung ausgesetzt ist.

Eine Wundauflage schützt die verletzte Haut vor direktem Kontakt mit der Umgebung und verhindert zu einem gewissen Grad auch, dass Schmutz und Krankheitserreger über die Wunde in den Körper gelangen.

Ein idealer Wundverband besteht aus drei Teilen oder Schichten: steriler Wundauflage, Mullkompresse und Binde.

Die erste Schicht: die sterile Wundauflage

Nicht haftende sterile Wundauflagen schützen die Wunde direkt vor weiterer Verunreinigung. Die nicht haftende Variante ist klar zu empfehlen, denn sie beschädigt das ohnehin verletzte Hautgewebe nicht, wenn die Auflage gewechselt wird.

Die zweite Schicht: die saugfähige Mullkompresse

Diese Schicht kommt auf die nicht haftende sterile Wundauflage. Die Hauptaufgabe der saugfähigen Kompresse ist es, Wundsekret von der Wunde wegzuleiten.

Eine Mullkompresse erhöht den Komfort der verletzten Person und senkt zugleich das Infektionsrisiko, weil sich kein Eiter und keine anderen Körperflüssigkeiten stauen können, die aus der Wunde austreten.

Die letzte Schicht: die Binde

Die Binde hält die beiden unteren Schichten an ihrem Platz, damit sie Flüssigkeiten ableiten und die Wunde zuverlässig schützen können. Kompressen und Wundauflagen sind ohne ordentliche Bandagierung praktisch nutzlos, denn sie fallen ab, sobald sich die verletzte Person bewegt.

Wie versorgst du klaffende Wunden wirksam?

Eine klaffende Wunde erkennst du an einem großen Riss, der die Haut deutlich auseinanderzieht und die Gewebeschichten unter der Oberhaut freilegt. Schnittverletzungen mit dem Messer und ähnliche Unfälle führen schnell zu klaffenden, blutenden Wunden.

Ein gesundes Kind oder ein gesunder Erwachsener kann eine klaffende Wunde aus eigener Kraft heilen, vorausgesetzt, die Ernährung ist nährstoffreich und die Wunde infiziert sich nicht. Sauerstoffreiche Luft in höheren Lagen kann die Heilung von verletztem Gewebe zusätzlich fördern.

Was sind Wundnahtstreifen (Steri-Strips)?

In einer Survival-Situation sind Wundnahtstreifen, auch Steri-Strips genannt, die beste Wahl, um klaffende Wunden zu verschließen und die Heilung zu beschleunigen. Wundnahtstreifen sind reißfeste, stark haftende Klebestreifen, die quer über eine klaffende Wunde geklebt werden, um die beiden Wundränder zusammenzuführen.

Ein Wundnahtstreifen fördert die Heilung, indem er den Kontakt zwischen den beiden getrennten Hautkanten aufrechterhält, und er verhindert zugleich, dass größere Schmutzpartikel in die Wunde gelangen. An der Stelle einer klaffenden Wunde, die mit Wundnahtstreifen zusammengehalten wurde, entsteht eine gerade, saubere Narbe.

Wundnahtstreifen gibt es in verschiedenen Größen und Längen. Wir empfehlen, mehrere Packungen in unterschiedlichen Größen vorrätig zu haben, damit du verschiedenste klaffende Wunden versorgen kannst.

Wundnahtstreifen werden vor der sterilen Wundauflage angebracht. Sie sind die ideale Option, wenn Nähen nicht möglich ist. Auch Ärzte setzen manchmal Wundnahtstreifen statt einer Naht ein, um die Beschwerden der Patientin oder des Patienten sofort zu lindern und die Blutung zu kontrollieren.

Eignen sich Wundnahtstreifen auch für tiefe, klaffende Wunden?

Das Verschließen von Wunden mit Wundnahtstreifen ist nur bei relativ flachen Wunden sinnvoll.

Reicht die Wunde mehrere Schichten tief, zum Beispiel bis ins Fettgewebe und in die Faszien, kann ein Wundnahtstreifen die Wunde nicht vollständig verschließen.

Eine qualifizierte medizinische Fachkraft kann die Wunde durch Nähen verschließen. Das Nähen tiefer, ausgedehnter Wunden ist ein heikler Prozess: Jede verletzte Gewebeschicht wird einzeln verschlossen, bevor die letzte, äußere Schicht zugenäht wird.

Wenn sich ein Familienmitglied während einer Katastrophe verletzt und dabei eine große, tiefe Wunde entsteht, klebe keinen Wundnahtstreifen auf die Wunde.

In solchen Situationen kann ein Wundnahtstreifen die Heilung sogar behindern. Reinige und verbinde die große Wunde stattdessen ein- bis zweimal täglich, damit sie von der innersten verletzten Schicht nach außen heilen kann.

Deine größte Sorge bei der Versorgung tiefer Wunden sind Infektionen und möglicher Wundbrand.

Das Auftragen von Povidon-Iod und Wasserstoffperoxid kann das Risiko einer bakteriellen Infektion senken, wenn es richtig gemacht wird. Lege dir einen ausreichenden Vorrat an Wunddesinfektionsmitteln, sterilen Kompressen, Binden und Wundauflagen an, damit du jederzeit die richtige Erste Hilfe leisten kannst.

Was tust du bei einer Lappenwunde?

Eine Schnitt- oder Schürfverletzung kann dazu führen, dass sich ein Stück Haut regelrecht von der darunterliegenden Schicht abhebt.

Hab keine Angst davor, solche Wunden zu versorgen. Desinfiziere zuerst deine Hände, hebe dann den Hautlappen vorsichtig an und reinige den betroffenen Bereich darunter. Lege die Wundauflage um den Hautlappen herum an und fixiere alles mit einer Binde, um den offenen Bereich zu verschließen. Mehrere Wundnahtstreifen beschleunigen die Heilung zusätzlich.

Wichtig: Dieser Artikel ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Übe diese Handgriffe unter professioneller Anleitung, z. B. bei DRK, Maltesern oder Johannitern.