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Erste Hilfe

Erste-Hilfe-Grundkurs: Wiederbelebung, Teil 1

Was ist Erste Hilfe?

Erste Hilfe ist die vorläufige Versorgung von Verletzten. Sie soll das Risiko bleibender Schäden senken und die Zeit zwischen der Verletzung und dem Moment überbrücken, in dem die betroffene Person fachgerecht medizinisch versorgt werden kann.

Wer Erste Hilfe beherrscht, kann Leben retten. Jeder, der sich mit Survival beschäftigt, sollte unabhängig von Hintergrund und Beruf Erste-Hilfe-Techniken kennen.

Während einer Katastrophe kann es passieren, dass ein oder mehrere Familienmitglieder medizinische Hilfe brauchen, etwa bei Wunden, Atemproblemen oder Bewusstlosigkeit nach einem Trauma.

Ein vollständiger Erste-Hilfe-Kurs bietet dir Live-Demonstrationen der einzelnen Techniken. In Deutschland, Österreich und der Schweiz findest du solche Kurse zum Beispiel bei den anerkannten Hilfsorganisationen.

Was ist die Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW)?

Die Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW, englisch CPR) ist eine Erste-Hilfe-Technik, die dabei hilft, die Atemwege offen und funktionsfähig zu halten und das Herz am Schlagen zu halten. Es gibt Situationen, in denen eine Person das Bewusstsein verliert, nicht mehr atmet und ihr Herz aufhört zu schlagen, etwa beim Herzstillstand.

Die HLW kann helfen, eine solche Person wiederzubeleben. Sie verringert außerdem die Schäden, die durch Atemaussetzer und Herzstillstände entstehen, selbst wenn diese nur kurz andauern.

Wie wendest du die HLW bei einer scheinbar reglosen Person an?

Es gibt einen klaren Ablauf, an den du dich halten musst, damit du einer bewusstlosen oder reaktionslosen Person so sicher wie möglich helfen kannst. Wer die Grundschritte der Wiederbelebung missachtet, bringt sich selbst oder die betroffene Person in Gefahr.

Schritt 1: Die Lage einschätzen

Wie schätzt du die Situation richtig ein?

Stürze nicht zu einer bewusstlosen Person, ohne vorher deine Umgebung zu prüfen.

Auch die Person, die Erste Hilfe leistet, muss sicher sein. Begib dich nicht direkt in eine Gefahrenzone: Wenn du dich selbst verletzt, wird die Lage nur noch komplizierter.

Ist die Annäherung an eine bewusstlose Person zu riskant, versuche erst gar nicht, sie wiederzubeleben. Überlasse die Situation den Rettungskräften (Notruf 112), denn sie haben mehr Ausbildung und Erfahrung.

Schritt 2: Die Ansprechbarkeit prüfen

Wie stellst du fest, ob die betroffene Person ansprechbar ist?

Wenn du die Lage als sicher eingeschätzt hast, nähere dich der Person vorsichtig und begutachte ihren körperlichen Zustand.

Bei Verdacht auf eine Wirbelsäulen- oder Nackenverletzung darfst du die Person nicht bewegen, da dies weitere Schäden verursachen kann. Auch Schütteln oder das Verändern der Position kann bei einer möglichen Wirbelsäulenverletzung zusätzliche Probleme auslösen.

Frage die Person: “Ist alles in Ordnung?” Das funktioniert nicht immer sofort, etwa wenn die Person unter Schock steht. Wiederhole die Frage und variiere die Lautstärke, bis du eine Reaktion bekommst.

Bekommst du nach einer vollen Minute keinerlei Reaktion, ist die Person eindeutig bewusstlos und muss entsprechend behandelt werden.

Schritt 3: Die Person entlasten

Wie machst du es der betroffenen Person leichter?

Bei der Ersten Hilfe für eine verletzte, bewusstlose Person ist es wichtig, sie so weit wie möglich zu entlasten. Lockere ihre Kleidung, einschließlich Krawatte oder Gürtel. Entferne Schuhe, Armbänder, Halsketten und Ähnliches, um die Durchblutung bis in die Gliedmaßen zu verbessern.

Gibt es keine Anzeichen für Wirbelsäulen- oder Nackenverletzungen, hebe den Arm der Person leicht an und drehe sie auf die Seite, sodass ihre Wange auf dem Boden aufliegt. Das ist die stabile Seitenlage. Sie ist dringend zu empfehlen, wenn die Person normal atmet, aber nicht aufstehen kann.

Schritt 4: Bei Bedarf die HLW anwenden

Woran erkennst du, dass eine Wiederbelebung nötig ist?

Zwei Dinge musst du feststellen: die Atmung und den Puls der betroffenen Person.

Beobachte den Brustkorb, um zu sehen, ob er sich hebt und senkt. Du kannst auch den Rücken deiner Finger dicht an Mund oder Nase der Person halten, um Atembewegungen zu spüren.

Führt keiner dieser Tests zu einem positiven Ergebnis, neige den Kopf der Person vorsichtig nach hinten und senke ihren Unterkiefer, um die Atemwege auf Blockaden zu prüfen. Halte ihre Nase leicht zu und beatme sie zweimal über den Mund.

Beginnt die Person zu husten oder nach Luft zu schnappen, tritt zurück und lass sie sich erholen. Zeigt die erste Beatmung keine Wirkung, beatme die Person weiter alle 5 bis 10 Sekunden über den Mund und beobachte, ob sie sich erholt und wieder selbstständig atmet.

Prüfe als Nächstes den Puls. Ist kein Puls feststellbar, suche den Mittelpunkt des Brustkorbs und beginne mit der Herzdruckmassage. Verschränke dabei die Finger deiner Hände sanft ineinander, während du Druck auf den Brustkorb ausübst.

Drücke bei jedem Stoß etwa 5 Zentimeter tief nach unten. Jede Serie von Herzdruckmassagen sollte 10 bis 15 Wiederholungen umfassen. Beatme die Person bei Bedarf zusätzlich. Kontrolliere die Vitalzeichen fortlaufend, während du die Wiederbelebung fortsetzt.