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Vorsorge

Familie auf Katastrophen vorbereiten, Teil 2

Wie stellst du ein wirklich brauchbares Notfallset für deine Familie zusammen?

Im ersten Teil haben wir über die zwei wichtigsten Bestandteile eines Notfallsets gesprochen: Lebensmittel und Wasser.

Wir haben gelernt, dass eingelagerte Lebensmittel für Katastrophen und andere Notsituationen nahrhaft und kalorienreich sein sollten (aus naheliegenden Gründen) und sich mit möglichst geringem Verderbrisiko lagern lassen müssen.

In diesem Beitrag setzen wir unseren Blick auf das moderne Notfallset fort: mit den wichtigsten Regeln für die Lagerung von Lebensmitteln und für die Gewinnung von Trinkwasser im Notfall.

Wie hältst du Notfall-Lebensmittel frisch und sicher?

Leider hat die Natur es so eingerichtet, dass gute Lebensmittel ziemlich schnell verderben. Zum Glück gibt es beim Thema Notnahrung mehr als eine Option.

Frische Lebensmittel sind in der längeren Zeit nach einer Katastrophe naturgemäß nur begrenzt nützlich. Praktisch bleiben also getrocknete oder konservierte Lebensmittel und versiegelte Fertigprodukte.

Hier sind einige bewährte Tipps, mit denen dein Vorrat genießbar, sauber und vor allem sicher bleibt:

  1. Notfall-Lebensmittel müssen nicht zwingend in einer Plastikkiste zusammen mit den übrigen Notfallvorräten lagern. Du kannst sie auch auf ein erhöhtes Regal stellen, wo sie relativ kühl und vor direktem Sonnenlicht geschützt sind.

  2. Lebensmittel gehören niemals in offene Behälter, auf Teller oder in Schüsseln. Alle Notvorräte sollten in verschlossenen Behältern aufbewahrt werden, etwa in Zip-Beuteln oder Kunststoffdosen mit fest schließendem Deckel. Auch Gläser mit Schraubverschluss in verschiedenen Größen eignen sich gut.

  3. Verpackungen wie Kartons, Folienbeutel und Gläser solltest du so sauber und vorsichtig wie möglich öffnen, damit du sie leicht wieder verschließen kannst. Während einer Katastrophe können offen liegende Lebensmittel zur Brutstätte für Bakterien und Krankheiten werden. Halte deine Vorräte sicher!

  4. Übrig gebliebene Lebensmittel schützt du vor Verunreinigung, indem du sie fest in Frischhaltefolie einwickelst. Lege die eingewickelten Portionen anschließend in Kunststoffbehälter mit Deckel.

  5. Trockene Lebensmittel und Zutaten wie Zucker, Salz, Nüsse und Getreide solltest du aus ihren Folien- oder Plastikverpackungen nehmen und in größere, robustere Behälter mit Deckel umfüllen. Falls du keine größeren Behälter hast, halte dich an Regel Nummer 3.

  6. Bevor du etwas aus dem Notvorrat isst, führe eine einfache Kontrolle durch. Nutze Augen und Nase, um die Frische einzuschätzen, wenn kein Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben ist.

  7. Die Lebensmittel im Notfallset sollten regelmäßig ausgetauscht werden, am besten alle sechs Monate. So stellst du sicher, dass im Ernstfall wirklich 100 Prozent deines Vorrats verwendbar sind.

  8. Lege eine Packung Multivitamintabletten in deinen Vorrat. So ist deine Familie auch bei einer längeren Evakuierung oder Trennung vom Zuhause ausreichend mit Mikronährstoffen versorgt.

  9. Rationierung ist notwendig, um knappe Vorräte zu strecken. Damit niemand erschöpft oder krank wird, sollte jedes Familienmitglied mindestens eine vollwertige, kalorienreiche Mahlzeit pro Tag bekommen. Kleinere Mahlzeiten kannst du gegen Abend einteilen, wenn die körperliche Aktivität nachlässt.

Wie gewinnst du im Notfall sauberes Trinkwasser?

Während einer Katastrophe verbraucht der Körper mehr Energie, weil zusätzliche körperliche Arbeit anfällt, etwa bei der Evakuierung oder beim Errichten von Notunterkünften. Regelmäßiges Trinken wird schnell zur dringendsten Aufgabe, denn ohne sauberes Trinkwasser überleben wir nicht lange.

Hier sind einige Grundregeln für die Aufbereitung von Trinkwasser:

  1. In Katastrophenzeiten kann kein einzelnes Notverfahren vollständig sauberes Wasser erzeugen.

Behalte das im Hinterkopf, wenn du desinfiziertes oder aufbereitetes Wasser trinkst: Es werden Restkeime und vielleicht auch Schwebstoffe im Wasser bleiben. Das ist kein Grund zur Angst, sondern eine Realität, auf die wir alle vorbereitet sein sollten.

  1. Wenn du Zugang zu fließendem Wasser hast, aber nicht sicher bist, ob die Leitungen beschädigt wurden, kannst du das Wasser abkochen. So tötest du die meisten Bakterien ab, die Durchfall und andere durch Wasser übertragene Krankheiten verursachen können.

Abkochen entfernt allerdings keine festen Schwebstoffe wie Erde aus dem Wasser. Sind sichtbare Verunreinigungen vorhanden, filtere das Wasser vor dem Abkochen durch mehrere Lagen Stoff.

  1. Eine weitere Methode der Wasseraufbereitung ist die Destillation. Fülle Wasser in einen Topf und lege den Deckel umgekehrt auf, mit einer Tasse, die am Deckelgriff hängt. Das verdampfende Wasser kondensiert und tropft in die Tasse zurück. Größere Verunreinigungen können nicht mit dem Wasser verdampfen.

  2. Wenn keine andere Aufbereitungsmethode verfügbar ist, kannst du Wasser auch mit parfümfreiem Haushaltsbleichmittel (Chlorbleiche) desinfizieren. Die Anleitungen zur Wasserdesinfektion mit Bleichmittel unterscheiden sich von Handbuch zu Handbuch.

Als Richtwert gelten etwa 15 Tropfen Bleichmittel auf 4 Liter Wasser.

Lass das Bleichmittel eine Stunde lang wirken, bevor du das Wasser prüfst. Riecht das Wasser danach nicht leicht nach Chlor, musst du eventuell mit der halben Menge Bleichmittel nachdesinfizieren und eine weitere halbe Stunde warten, bevor du das Wasser bedenkenlos trinken kannst.