Eine Atomexplosion überleben, Teil 2
Was ist radioaktiver Fallout?
Der Begriff “radioaktiver Fallout” taucht in historischen Artikeln über Atombomben und ihren Einsatz ständig auf. Der Natur der Strahlung, die nach einer Atomexplosion entsteht, wird dabei aber kaum Aufmerksamkeit geschenkt.
Im letzten Teil haben wir über die Druckwelle, das blendende Licht und die enorme Hitze gesprochen, die nach der Detonation einer Nuklearwaffe entstehen.
Es gibt jedoch noch etwas, das du kennen solltest: die Präsenz radioaktiven Materials in der Atmosphäre, in der Luft und sogar im Regenwasser nach einem nuklearen Zwischenfall.
Diese Radioaktivität stammt nicht nur von der Detonation selbst, sondern auch vom daraus entstehenden Fallout.
Wie entsteht radioaktiver Fallout?
Radioaktiver Fallout entsteht, wenn unzählige radioaktive Partikel während einer Atomexplosion in die Atmosphäre geschleudert werden.
Die extreme Energie, die durch die fortlaufenden Kernreaktionen freigesetzt wird, reicht aus, um radioaktives Material direkt in die unteren Schichten der Erdatmosphäre zu befördern.
Sobald diese radioaktiven Partikel ihre maximale Höhe erreicht haben, beginnen sie, wie Regen zur Erde “zurückzufallen”. Als “nuklearer Regen” wird oft das dunkel gefärbte, radioaktive Wasser beschrieben, das nach einem Reaktorunglück oder einer Atomexplosion auf die Erde fällt.
Was solltest du über radioaktiven Fallout wissen?
- Fallout breitet sich aus und verseucht den Boden. Radioaktivität kann auf Metalle, Nichtmetalle, Erdreich und sogar die Luft rund um den Detonationsort übergehen.
Würde eine 20-Megatonnen-Atombombe am Boden explodieren, würden buchstäblich Millionen Tonnen umliegenden Erdreichs von der Explosion nach oben gerissen und radioaktiv verseucht. Zurück bliebe ein gigantischer Krater, während das Material von der Detonation in die Atmosphäre katapultiert wird.
- Radioaktiver Fallout ist schlimmer als Druckwelle und Hitzewelle. Atombomben und Nuklearwaffen wären längst nicht so furchteinflößend, wenn sie keine Radioaktivität mit sich brächten. Tausende Tonnen TNT wären besser als eine einzige 5-Megatonnen-Atombombe.
Warum? Weil TNT nicht radioaktiv ist. Es zerstört Gebäude und fordert Menschenleben, aber es vergiftet Boden, Wasser und Luft nicht auf lange Sicht. Nuklearwaffen dagegen setzen die Zerstörung auf allen Ebenen fort, von der sichtbaren Welt bis hinunter zur molekularen Ebene.
Hitze und Druckwelle einer nuklearen Detonation treffen Gebäude und Menschen im Umkreis von etwa 50 bis 80 Kilometern. Radioaktiver Fallout dagegen kann durch Regen, Erosion und Wind die Bevölkerung auf einer Fläche von rund 18.000 Quadratkilometern rund um den Detonationsort ernsthaft schädigen.
Diese Zahl gilt für eine kleinere Detonation durch eine 5-Megatonnen-Bombe. Der Radius wirksamer Radioaktivität kann deutlich größer ausfallen, wenn stattdessen eine 20-Megatonnen-Bombe eingesetzt wird.
- Die Zeit entscheidet über die Bewohnbarkeit betroffener Gebiete. Schon in den ersten Tagen nach einer nuklearen Detonation beginnt das radioaktive Material in der Umgebung rasch zu zerfallen. Dieser Zerfall ist ein natürlicher Vorgang und wird “radioaktiver Zerfall” genannt.
War ein Haus nur mäßig dem Fallout ausgesetzt, beträgt die radioaktive Belastung der verbliebenen kontaminierten Materialien nach etwa zwei Wochen nur noch 0,1 Prozent.
Trotzdem müssen Fachleute die Radioaktivität eines Hauses messen, bevor es wieder als sicher bewohnbar erklärt werden kann.
Wie schützt du dich vor einer nuklearen Detonation und dem Fallout?
Im Freien zu bleiben ist nach einer nuklearen Detonation definitiv keine Option. Die beste Vorbereitung ist ein Schutzraum im untersten Teil deines Hauses, also im Keller.
Hier sind einige Richtlinien für den Bau eines Schutzraums:
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Der Standort zählt. Bring so viel Distanz wie möglich zwischen dich und die Wirkung der Detonation. Wähle eine Ecke im Keller, die möglichst weit von Türen und Fenstern entfernt liegt, die nach draußen führen.
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Improvisiere und verstärke. Einen improvisierten Schutzraum kannst du schnell aus Möbeln und allem anderen bauen, was du findest. Je dicker und schwerer die Schutzschichten, desto besser bist du vor Hitze, Druckwelle und herangewehtem Fallout geschützt.
Sogar dichter, festgepackter Schnee kann dich im Fall einer Detonation vor radioaktivem Fallout schützen. Nutze alles, was deine Umgebung hergibt, um die Energie der Explosion zu absorbieren.
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Verschließe Öffnungen und geh in Deckung. Wenn dir Zeit bleibt, hilft es, alle Fenster und Türen zu blockieren, die direkt nach draußen führen. Die zusätzlichen Barrieren absorbieren einen Teil der Detonationswirkung und verringern direkte Schäden an deinem Schutzraum.
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Polstere jeden Raum aus, der als Schutzraum dient. Falls dein Haus keinen Keller hat, geh in den innersten Raum des Hauses und bedecke die Wände mit allem, was du auftreiben kannst.
Blockiere Fenster und Türen und bleib so tief wie möglich am Boden, um dich vor Druckwelle und Hitze zu schützen. Meide obere Räume, die direkt an den Außenwänden liegen: Sie werden im Haus mit hoher Wahrscheinlichkeit die größten strukturellen Schäden erleiden.